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Auf Hochtouren

Mitte Juli 2026 zog es unseren Damenkader auf Hochtouren nach Chamonix.

 

Zwischen Gletschern, Graten und Grinsegesichtern: Der Frauen-Alpinkader der Naturfreunde läuft wieder auf Hochtouren! Lernen, wachsen, gemeinsam unterwegs sein - schöner kann eine Ausbildung kaum sein! Merci, la vie!

Eine gemeinsamen Biwaknacht in Chamonix war absolut romantisch, aber der Biwakplatz wurde nicht wegen der Aussicht gewählt, sondern war Teil einer sorgfältigen Tourenplanung und die ideale Ausgangsbasis, um die geplante Route am nächsten Tag sicher fortzusetzen. Denn genau darum geht's im Naturfreunde Alpinkader!

Zur Vorbereitung auf die Besteigung der Aiguille d’Argentière übte Ausbildnerin Babsi Vigl mit den jungen Frauen, darunter vier Bergretterinnen, in einer riesigen Gletscherspalte Rettungstechniken. Sie verbesserte auf dem Cosmique-Grat ihr Seilhandling und demonstrierte in Firnflanken Sturzdynamiken.

Auf die Aiguille d’Argentière (3898 m)

Fünf Uhr früh, in mehr als 3000 Metern Höhe: Die Jacken wanderten in den Rucksack, ein T-Shirt reichte für den Zustieg zum Jardingrat der Aiguille d’Argentière, der sich wie eine elegante Linie über Türme, Scharten und Zinnen zieht, gerahmt von Gletschern. „Vom Anspruch her ähnelt er dem Teufelsgrat am Mont Blanc du Tacul – allerdings ist er dreimal so lang, und der Wegverlauf gleicht einem Labyrinth“, steht in der Führerliteratur. Kletterstellen im sechsten Grad, mit festen Bergschuhen und Biwakausrüstung: Das verlangt Kraft, Ausdauer, sauberes Seilmanagement – und eine gute Strategie.

 

Die jungen Alpinistinnen spulten stundenlang schöne Klettermeter, seilten sich ab, stiegen konzentriert in ausgeaperten Rinnen empor und packten an festen Stellen im goldenen Granit zu – es lief alles wie am Schnürchen. Dabei erlebte die Gruppe die dramatischen Veränderungen aus sicherer Entfernung: An den Nordwänden ringsum, etwa auf dem Viertausender Les Droites, donnerten immer wieder Lawinen aus Eis und Fels in die Tiefe.

 

Steinschlag, aufgeweichter Schnee, unüberwindbare Bergschründe: Das gab es immer schon – nur eben nicht in dieser Häufigkeit und Tragweite. Deshalb hatten die jungen Frauen für den Abstieg einen Plan B im Kopf. Sie biwakierten am Südgipfel der Aiguille d’Argentière. Der übliche Rückweg über den Glacier du Milieu verengte sich im Mittelteil zu einem steinschlaggefährdeten Couloir samt Wasserfall. Sicherer, wenn auch technisch anspruchsvoller: eine Abseilfahrt über eine mit Kettenständen ausgestattete Route durch die Südwand, danach nur noch ein kurzes Stück über den Gletscher. Dank Vorabrecherche und effizientem Seilmanagement gelang der Abstieg am nächsten Morgen ebenso sicher wie schnell.

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